Der neue Lifestyle in den Wechseljahren! Klingt gut, doch wie fang ich an?
Es beginnt meist so: Irgendwann um die magische Zahl 40 merken wir: Da war doch was mit den Wechseljahren! Unser Körper verändert sich still und heimlich. Zwei Begriffe treten in den Vordergrund: 1. Gewichtszunahme! 2. Abnehmen!!! Klar, Kuchen und Chips haben uns figurtechnisch noch nie in die Karten gespielt, doch jetzt macht sich die Körpermitte noch viel schneller bemerkbar, wenn wir uns mal was leckeres gegönnt haben. Die Waage zeigt gnadenlos ein paar Kilo mehr und auch der Kleiderschrank hat sich irgendwie gegen uns verschworen. Lieblingsjeans? Knopf und Loch winken sich des öfteren von weitem zu. Wechseljahre? War das nicht das Problem der alten Tanten von früher? Wie auch immer, jetzt ist es unser Problem! Willkommen im Club der hormonellen Veränderungen! Ein neuer Lifestyle muss her! Abnehmen! Langfristig Gewicht halten! Doch wie mach ich das?
Die Lösung scheint klar: Diät! Voll motiviert schmeißen wir uns ins Fitness – Outfit, das seit Jahren auf seinen Einsatz wartet – und melden uns im Studio an. Die ersten Wochen laufen grandios. Stolz posten wir Selfies, trinken grüne Smoothies und klatschen uns nach jedem Training innerlich auf die Schulter. Jetzt wird alles anders!
Doch dann passiert es: Der Alltag meldet sich zurück. Der Wecker klingelt gefühlt immer früher. Kinder, Ehemann, Freunde, Bekannte…jeder will irgendwas, und der Job – aaaanstrengend! Sagen wir mal so: Nach einem langen Arbeitstag fühlt sich die Couch einfach wie der bessere Trainingspartner an. Aus „dreimal die Woche Studio“ wird schnell „nächste Woche starte ich wieder voll durch“.
Und dann ist da noch das Essen. Der Salat war unser neuer Freund, aber irgendwann schleicht sich unser Ex-Freund wieder ins Leben: Der Schokoriegel nach Feierabend – ja, wir lieben ihn noch – und werden schwach. Was war mit dem Stück Pizza gestern? Ach, war doch nur ne Ausnahme…die sich heute wiederholt.
Das Ergebnis? Nach ein paar Wochen ist alles wie vorher. Die 3-4 Kilo, die wir uns mühsam runter gehungert haben, sind zurück – zusammen mit ihrem besten Freund: Komfort Kalle. Ich nenne ihn so. Ein Dauerbewohner im Unterbewusstsein. Hüter unser Komfortzone. Er lauert hinter jeder Ecke, redet uns ein, dass morgen doch ein viel besserer Tag zum Durchstarten wäre, und schafft es wie immer, unsere Motivation klammheimlich zu entführen.
Aber keine Sorge, du bist nicht allein! Wir alle kämpfen ein Leben lang mit diesem listigen kleinen Verhinderungsstrategen. Eigentlich meint er es ja gut mit uns. Daher sollten wir ihn nicht bekämpfen, sondern ihn einfach gezielt überlisten! Und da gibt es ein paar gute Strategien! Denn Abnehmen ab 40 muss kein Drama sein – und schon gar kein Kampf. Statt uns ständig mit Verboten und unrealistischen Zielen zu quälen, könnten wir es mal mit einem Plan versuchen. Einem Plan, der uns nicht komplett aus dem Leben reißt, sondern in kleinen Schritten Veränderungen möglich macht. Kein Crash-Diät-Chaos, keine 7-Tage-die-Woche-Workouts, sondern realistisch und nachhaltig – und vor allem: Ohne schlechte Laune! Also, wie wär’s? Statt uns von Komfort Kalle ausbremsen zu lassen, packen wir ihn an der Wurzel. Mit den richtigen Tipps und etwas Geduld hat er keine Chance – und zieht sogar mit.
Tipps, um Komfort Kalle zu überlisten und dranzubleiben:
Kalle hat es leicht, wenn wir uns zu große und unrealistische Ziele setzen. Aber kleine, machbare Schritte? Damit kommt er nicht klar! Hier sind ein paar Tipps, die wirklich helfen – aus eigener Erfahrung:
- Ein Ernährungstagebuch führen
Oft denken wir, wir essen „eigentlich gar nicht so schlecht“. Doch wenn wir mal genau hinschauen, offenbart sich, wo die versteckten Kalorienbomben lauern – der Snack zwischendurch, ein Brötchen mit Butter und Wurst, die Milch im Kaffee oder die halbe Packung Salzstangen vor dem Fernseher. Ein Ernährungstagebuch hilft dabei, ehrlich zu uns selbst zu sein. Schreibe ein paar Wochen lang alles auf, was du isst und trinkst. Entweder klassisch im Notizbuch oder du trackst deine Lebensmittel und Getränke in einer App. Ist beides okay. Eine App hat allerdings noch den Vorteil, dass du direkt siehst, wie viele Kalorien du aufgenommen hast und auch erkennst, wie die Aufteilung der Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fett und Eiweiß) bei dir aussieht. Du erkennst Muster und findest heraus, wo kleine, aber effektive Änderungen möglich sind.
2. Mit kleinen Änderungen bei der Ernährung anfangen
Veränderungen brauchen Zeit – man sagt, dass es etwa vier Wochen dauert, bis sich neue Gewohnheiten festigen. Statt also direkt alles auf den Kopf zu stellen, beginne mit kleinen, machbaren Schritten. Beispiele:
Zwei Liter Wasser täglich trinken: Oft verwechseln wir Hunger mit Durst. Ausreichend trinken ist ein einfacher erster Schritt. Und wichtig für den Verdauungsprozess!
Süßigkeiten reduzieren: Statt sofort komplett zu verzichten, könntest du dir zum Beispiel täglich eine kleine Süßigkeit ganz bewusst gönnen. Damit hast du schon einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.
Verarbeitete Lebensmittel minimieren: Setze auf frische, unverarbeitete Zutaten. Mehr Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen, hochwertige Öle – sogenanntes „Clean-Eating“ – das bringt schon viel.
3. Im Fitnessstudio moderat einsteigen
Viele machen den Fehler, direkt Vollgas zu geben – und wundern sich dann, warum sie nach zwei Wochen keine Lust mehr haben. Stattdessen: Starte moderat und baue dein Training langsam auf. Es reicht, am Anfang nur 15-30 Minuten zu trainieren. Du kannst auch als Einstieg zu Hause mit Online-Videos starten. Finde Übungen, die dir Spaß machen und vergiss den Perfektionismus. Es geht erstmal darum, eine Routine zu gewinnen und dranzubleiben.
4. Geduld haben – und nicht täglich wiegen
Das tägliche Gewicht sagt nichts über deinen Fortschritt aus. Hormone, Wassereinlagerungen, Muskelaufbau – all das sorgt für Schwankungen, die schnell frustrierend werden können. Wiege dich lieber einmal pro Woche und freue dich über langfristige Veränderungen.
Diese kleinen Schritte mögen unspektakulär wirken, aber genau das ist der Schlüssel: Statt kurzfristig alles zu geben und dann wieder aufzuhören, legst du die Basis für dauerhafte Erfolge. Und das Beste? Kalle versucht es mit all seinen Tricks, aber du bleibst standhaft!